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Beistandschaft

Das neue Erwachsenenschutzrecht sieht als behördliche Massnahme die Beistandschaft vor. Eine Beistandschaft kommt nur dann in Frage, wenn die – aufgrund eines Schwächezustandes entstandene – Schutzbedürftigkeit einer Person nicht mittels anderer Lösungen aufgefangen werden kann. Zu denken ist hier an die Unterstützung der betroffenen Person durch das private Umfeld, durch private gemeinnützige Organisationen oder durch öffentliche Dienste.

Erweist sich eine Beistandschaft als nötig, so ist die konkrete Massnahme „massgeschneidert“ auszugestalten. Das heisst, sie ist individuell auf die Bedürfnisse der betroffenen Person zuzuschneiden. Der Aufgabenbereich der Beiständin oder des Beistandes ist entsprechend zu formulieren. Das Selbstbestimmungsrecht der hilfsbedürftigen Person soll nur soweit eingeschränkt werden, als es zu deren Schutz nötig ist. Devise ist: so viel staatliche Fürsorge wie nötig, so wenig staatlicher Eingriff wie möglich.

Eine Beistandschaft muss von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) angeordnet werden. Dabei werden vier verschiedene Arten der Beistandschaft unterschieden: die Begleit-, die Vertretungs-, die Mitwirkungs- und die umfassende Beistandschaft. Die drei erstgenannten Arten von Beistandschaften sind miteinander kombinierbar.

  • Eine Begleitbeistandschaft bietet sich dann an, wenn die hilfsbedürftige Person für bestimmte Angelegenheiten begleitende Unterstützung braucht. Sie ist nur mit Zustimmung der betroffenen Person möglich und schränkt deren Handlungsfähigkeit nicht ein.
  • Eine Vertretungsbeistandschaft wird eingerichtet, wenn die hilfsbedürftige Person bestimmte Angelegenheiten nicht selbst erledigen kann und sie deshalb eine Vertretung braucht. Die betroffene Person muss sich die Handlungen der Beiständin oder des Beistandes gefallen lassen. Ihre Handlungsfähigkeit kann nötigenfalls eingeschränkt werden.
  • Eine Mitwirkungsbeistandschaft wird dann errichtet, wenn die hilfsbedürftige Person zu ihrem eigenen Schutz für bestimmte Handlungen die Zustimmung der Beiständin oder des Beistandes einholen muss. Für diese Handlungen wird die Handlungsfähigkeit der betroffenen Person eingeschränkt.
  • Eine umfassende Beistandschaft kann angeordnet werden, wenn die betroffene Person besonders hilfsbedürftig ist. Dies trifft vor allem im Fall ihrer dauernden Urteilsunfähigkeit zu. Die Handlungsfähigkeit der betroffenen Person entfällt von Gesetzes wegen.

 


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