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Aufnahme eines Pflegekindes aus dem Ausland ohne Adoptionsabsichten

Für Kinder aus dem Ausland, welche nicht zur späteren Adoption, sondern aus anderen Gründen aufgenommen werden sollen, gelten besondere Vorschriften. Diese Kinder haben eine relativ unsichere Stellung, weil sie keine schweizerische Staatsangehörigkeit erhalten und rechtlich nie ganz zu "ihrer" Familie gehören. Daher erleiden sie diverse Nachteile, weshalb die Aufnahme eines Kindes ohne Adoptionsabsicht nur in Ausnahmefällen bewilligt wird.

Ist die Platzierung eines minderjährigen Kindes durch eine ausländische Behörde vorgesehen, namentlich aus einem anderen Haager Vertragsstaat, sind die Voraussetzungen gestützt auf Art. 33 des HKsÜ zu berücksichtigen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Für die Erteilung einer solchen Pflegekinderbewilligung wird ein "wichtiger Grund" vorausgesetzt; dieser muss in der Schweiz liegen. Das heisst, es wird verlangt, dass für das Kind die Aufnahme in der Schweiz die einzige annehmbare Lösung ist. Eine Aufnahme kommt demnach nur in Frage, wenn die Eltern des Kindes verstorben oder nachweisbar nicht in der Lage sind, sich um das Kind zu kümmern und die in der Schweiz lebenden Personen eine intensive Vorbeziehung zum Kind haben. Sie müssen sich zudem für die Aufnahme des Kindes eignen. Nicht als "wichtige Gründe" gelten z.B. sozial/wirtschaftlich schwierige Verhältnisse im Herkunftsland oder ein Schulbesuch in der Schweiz.

Wird beabsichtigt ein Pflegekind aus einem Staat bei sich aufzunehmen, der das Haager Kindesschutzübereinkommen über die Zuständigkeit, das anzuwendende Recht, die Anerkennung, Vollstreckung und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der elterlichen Verantwortung und der Massnahmen zum Schutz von Kindern (Haager Kindesschutzübereinkommen, HKsÜ) ratifiziert hat (vgl. Informationen der Zentralbehörde des Bundes und Staatenliste), ist das Aufnahmeverfahren zwingend gemäss Art. 33 HKsÜ abzuwickeln und eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem KJA wird dringend empfohlen.

Wir empfehlen vor der Einreichung eines Gesuchs mit uns in Kontakt zu treten, damit eine erste Einschätzung bezüglich der Chancen auf eine Bewilligung gemacht werden kann.

Das vollständig ausgefüllte Gesuchsformular wird zusammen mit den folgenden Unterlagen beim Kantonalen Jugendamt eingereicht.

Unterlagen in Bezug auf das Kind:

  • Lebensgeschichte des Kindes
  • Erklärung des gesetzlichen Vertreters oder einer Behörde im Herkunftsland, weshalb das Kind in der Schweiz untergebracht werden soll
  • Arztzeugnis des Kindes inkl. einer Einschätzung bezüglich der physischen und psychischen Entwicklung

Die Checkliste zum Gesuch (PDF, 74 KB, 1 Seite) dient Ihnen zur Kontrolle, welche Unterlagen mit dem Gesuch eingereicht werden müssen.

Bitte reichen Sie nebst den Originaldokumenten eine Kopie des gesamten Dossiers ein.

Die gesamten Umstände des Kindes sind im Gesuch ausführlich darzulegen. Sofern das Kantonale Jugendamt das Vorliegen eines wichtigen Grundes bejaht, beauftragt es eine sachverständige Person mit der Sozialabklärung am Wohnsitz der Gesuchsteller sowie i.a.R. auch im Herkunftsland des Kindes. Dazu wird der Internationale Sozialdienst in Genf oder die Schweizer Botschaft beigezogen. Die Sozialabklärungen sind mit Kosten verbunden, die zu Lasten der Gesuchsteller gehen.

Wenn die Voraussetzungen zur Erteilung der Pflegekinderbewilligung erfüllt sind, wird das Kantonale Jugendamt bei den zuständigen Migrationsbehörden die Zusicherung für Aufenthalt und Einreise des Kindes beantragen und den Gesuchstellern die Pflegekinderbewilligung erteilen.

Nach der Einreise des Kindes wird abgeklärt, wie seine gesetzliche Vertretung zu regeln ist.

Hinweis

Sämtliche Unterlagen dürfen nicht älter sein als 6 Monate und sind in deutscher, französischer oder englischer Sprache einzureichen. Allfällige Übersetzungen müssen beglaubigt sein (schriftliche Erklärung der übersetzenden Person genügt). Jedes Kind muss nach seiner Einreise bei der örtlichen Fremdenkontrolle angemeldet werden.

Ein Kind darf erst nach Erteilung der Bewilligung aufgenommen werden. Wer ein Kind aus dem Ausland ohne Bewilligung bei sich aufnimmt, macht sich strafbar und muss mit einer Busse bis Fr. 1'000.— (Art. 26 PAVO, Art. 20 PVO) sowie der Umplatzierung des Kindes rechnen.


Weitere Informationen

 


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Informationen über diesen Webauftritt

http://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/kindes_erwachsenenschutz/kinder_jugendhilfe/aufnahme_pflegekind_aus_ausland.html