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Vorsorgeauftrag

Sie finden hier das Wichtigste zum Vorsorgeauftrag. Detailliertere Informationen können Sie dem ausführlichen Merkblatt Vorsorgeauftrag (PDF, 290 KB, 6 Seiten) entnehmen.

Sinn und Zweck

Mit dem Instrument des Vorsorgeauftrages bestimmen Sie, wer sich um Ihre Angelegenheiten kümmern soll, wenn Sie urteilsunfähig werden. Was heisst das? Haben Sie einen Vorsorgeauftrag geschrieben, wird dieser wirksam, wenn Sie wegen Demenz, einer schweren Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage sind, selber Ihr Einkommen und Vermögen zu verwalten, rechtlich verbindliche Entscheide zu treffen oder Ihre Pflege und Betreuung zu organisieren. Im Vorsorgeauftrag bestimmen Sie eine Person Ihres Vertrauens (es können auch mehrere sein), die Sie vertreten soll. Es ist auch möglich, eine juristische Person zu bezeichnen. Wer über einen Vorsorgeauftrag verfügt, nimmt sein Selbstbestimmungsrecht auch für die Zeit einer möglichen Urteilsunfähigkeit wahr und vermeidet dadurch, dass die KESB eine Beistandschaft errichten muss.

Form

Es gelten dieselben Vorgaben wie beim Verfassen eines Testaments. Sie müssen bei der Erstellung des Vorsorgeauftrages urteilsfähig sein und Ihren freien Willen äussern können. Betreffend die Form haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder schreiben Sie den Vorsorgeauftrag von Anfang bis Ende von Hand und versehen ihn mit Datum und Unterschrift, oder Sie lassen den Vorsorgeauftrag durch einen Notar oder eine Notarin verfassen. Bei Fragen kann Ihnen eine Beratungsstelle wie z.B. die Pro Senectute, Curaviva oder Ihr Notariat bzw. der Verband bernischer Notare VbN weiterhelfen. Sie können Ihren Vorsorgeauftrag auch jederzeit widerrufen. Es ist möglich, das Vorhandensein des Vorsorgeauftrags und den Hinterlegungsort beim Zivilstandsamt registrieren zu lassen.

Inhalt

Mit dem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie die Person, die Sie bevollmächtigen möchten, und die Aufgabenbereiche, in denen diese Person Sie vertreten, also in Ihrem Namen handeln soll. Der Vorsorgeauftrag kann sehr flexibel gestaltet werden. Sie können sich umfassend oder nur für einzelne Bereiche vertreten lassen. In diesem Fall nennen Sie Bereiche wie Verwaltung von Einkommen und Vermögen, Verkauf der Liegenschaft, Fällen von medizinischen Entscheidungen, Sorgen für Pflege und Betreuung etc. Zudem können Sie Anweisungen geben über die Art und Weise, wie die Aufgaben auszuführen sind. Es ist sinnvoll, sich auch darüber zu äussern, ob und in welcher Höhe die beauftragte Person entschädigt werden soll. Den Vorsorgeauftrag können Sie jederzeit abändern.

Eintritt des Vorsorgefalls

Der Vorsorgeauftrag wird erst wirksam, wenn die KESB ihn für gültig erklärt hat. Dies kann nur erfolgen, wenn Sie nicht mehr urteilsfähig und deshalb auf fremde Hilfe angewiesen sind. Tritt diese Situation ein, ist es Aufgabe der KESB zu prüfen, ob Ihre Interessen mit dem Vorsorgeauftrag und durch die beauftragte Person gewahrt werden können. Im Besonderen prüft die KESB,

-  ob Sie tatsächlich urteilsunfähig geworden sind,

-  ob der Vorsorgeauftrag rechtsgültig errichtet worden ist,

-  ob die beauftragte Person bereit und geeignet ist, Sie in den genannten Aufgaben-               bereichen zu vertreten, und

-  ob zur optimalen Wahrung Ihrer Interessen allenfalls weitere Erwachsenenschutz-               massnahmen nötig sind.

Die KESB kann der beauftragten Person Weisungen erteilen – beispielsweise ein Inventar einzureichen oder der KESB regelmässig zu berichten – wenn dies zur Sicherung Ihrer Interessen notwendig erscheinen sollte. Nach Abschluss dieses Verfahrens erlässt die KESB eine kostenpflichtige Verfügung, mit welcher der Vorsorgeauftrag für gültig erklärt und die beauftragte Person ermächtigt wird, in Ihrem Namen zu handeln.


Weitere Informationen

 


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Informationen über diesen Webauftritt

https://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/kindes_erwachsenenschutz/erwachsenenschutz/vorsorgeauftrag.html