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Aufnahme eines Kindes aus dem Ausland zur (späteren) Adoption

Die Schweiz hat das Internationale Übereinkommen vom 29. Mai 1993 über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Internationalen Adoption (Haager Adoptionsübereinkommen, HAÜ) ratifiziert; dieses sowie das dazugehörige Bundesgesetz (BG-HAÜ) sind per 1. Januar 2003 in der Schweiz in Kraft getreten. Zusammen mit der eidgenössischen Adoptionsverordnung (AdoV) bilden sie die rechtlichen Grundlagen für die Aufnahme von Kindern zur späteren Adoption.

Je nach dem ob die Aufnahme aus einem Haager oder Nicht-Haager Staat erfolgt, unterscheidet sich das Verfahren. Hier finden Sie eine Liste aller Mitgliedstaaten des Haager Adoptionsübereinkommens und die Länderinformationen des Bundes.

Zwischen Bund und Kanton sind die Aufgaben im Bereich von Aufnahmeverfahren zur späteren Adoption  in der Adoptionsverordnung geregelt (Art. 2  Abs. 1 und 2 AdoV). Das Bundesamt für Justiz (BJ) als Zentralbehörde des Bundes ist für folgende Aufgaben zuständig:

  • Erfüllung der Aufgaben nach Artikel 2 BG-HAÜ als zentrale Behörde des Bundes;
  • Bewilligung zur Adoptionsvermittlung und die Aufsicht darüber;
  • Erlass von Weisungen zum Schutz der Kinder und zur Verhinderung von Missbräuchen bei internationalen Adoptionen und bei Adoptionsvermittlungen;
  • Erlass von Weisungen oder Empfehlungen zwecks Koordination des Adoptionswesens;
  • Vertretung der Schweiz gegenüber ausländischen Adoptionsbehörden und die Förderung der Zusammenarbeit mit diesen;
  • Beratung und Information der kantonalen Behörden, namentlich über die Verfahren in den Herkunftsländern.

Das Kantonale Jugendamt als Zentralbehörde des Kantons Bern zeichnet sich für folgende Aufgaben verantwortlich:

  • Erfüllung der Aufgaben nach Artikel 3 BG-HAÜ als zentrale Behörde eines Kantons;
  • Bewilligungsverfahren zur Aufnahme von Kindern zur Adoption;
  • Begleitung und Beaufsichtigung des Pflegeverhältnisses bis zur Adoption (dies wird an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) und Pflegekinderaufsichten delegiert);
  • Abklärungen und Stellungnahmen zuhanden des BJ, namentlich zu Bewilligungen für Vermittlungsstellen (Art. 12), statistischen Angaben und Kosten des Adoptionsverfahrens.

Hier finden Sie weitere Informationen über die Organisation und Aufgabenteilung.

Weitere Informationen erhalten Sie ebenfalls hier.

Gesuch um Aufnahme eines Kindes zur späteren Adoption aus dem Ausland

Wer ein Kind aus dem Ausland zur Adoption bei sich aufnehmen will, muss beim Kantonalen Jugendamt (KJA; Zentrale Behörde des Kantons Bern) ein Gesuch einreichen. Detaillierte Informationen zum Verfahren finden Sie auch hier.

Es sind folgende Unterlagen auszufüllen und unterzeichnet einzureichen:

Die Checkliste zum Gesuch (PDF, 73 KB, 1 Seite) dient Ihnen zur Kontrolle, welche Unterlagen mit dem Gesuch einreicht werden müssen.

Bitte reichen Sie nebst den Originalunterlagen eine Kopie des gesamten Dossiers ein.

Gesuch um Erneuerung der Eignungsbescheinigung

Ist die Eignungsbescheinigung abgelaufen und Sie wollen das Verfahren fortsetzen, können Sie ein Erneuerungsgesuch einreichen. Dieses muss mindestens 3 Monate vor Ablauf der Eignungsbescheinigung eingereicht werden.

Bitte reichen Sie nebst den Originalunterlagen eine Kopie des gesamten Dossiers ein.

Vermittlungsstellen

Damit Sie im Aufnahmeverfahren im Herkunftsland Unterstützung erhalten, stehen Ihnen für verschiedene Herkunftsländer von der Zentralbehörde des Bundes akkreditierte Vermittlungsstellen zur Verfügung.

Die Eignungsabklärung (Art. 5 AdoV)

Das Kantonale Jugendamt beauftragt am Wohnsitz der Gesuchsteller eine sachverständige Person in Sozialarbeit oder Psychologie mit der Eignungsabklärung. In aller Regel wird der Sozialdienst am Wohnort der Gesuchsteller mit der Abklärung beauftragt. Bei speziellen medizinischen Fragestellungen werden neutrale GutachterInnen beigezogen, deren Kostennote zulasten der Gesuchsteller verrechnet wird. Zeigt die Abklärung, dass die Gesuchsteller als zukünftige Adoptiveltern geeignet sind, wird eine so genannte Eignungsbescheinigung ausgestellt, welche drei Jahre gültig ist. Die Eignungsbescheinigung präjudiziert keine Bewilligung zur Aufnahme eines Kindes. Die Einreisezusicherung (Visum)  für das Kind kann erst ausgestellt werden, wenn das Kantonale Jugendamt die Zustimmung erteilt hat (Art. 7 AdoV).

Informationsveranstaltung zur Aufnahme von Kindern zur späteren Adoption

Das Kantonale Jugendamt führt regelmässig Informationsveranstaltungen zum internationalen Aufnahmeverfahren durch. Diese sind von allen Gesuchstellern zu besuchen und Voraussetzung für eine Eignungsbescheinigung.

Informationen zu den Infoveranstaltungen

Vorbereitungskurse für künftige Adoptiveltern

Vorbereitungskurse für künftige Adoptiveltern finden Sie auf der Website der Fachstelle Pflege- und Adoptivkinder Schweiz PACH und diversen anderen privaten Kursanbietern.

Kosten

Die Abklärungsverfahren sind mit Kosten verbunden. Diese setzen sich aus Kosten für die Sozialabklärung sowie Gebühren zusammen. Diese gehen vollumfänglich zu Lasten der Gesuchsteller. Für Detailinformationen wenden Sie sich an kja@jgk.be.ch oder
031 633 76 33.

Hinweis

Sämtliche Unterlagen dürfen nicht älter sein als 6 Monate und sind in deutscher, französischer oder englischer Sprache einzureichen. Allfällige Übersetzungen müssen beglaubigt sein (schriftliche Erklärung der übersetzenden Person genügt). Jedes Kind muss nach seiner Einreise bei der örtlichen Fremdenkontrolle angemeldet werden.

Ein Kind darf erst nach Erteilung der Bewilligung aufgenommen werden. Wer ein Kind aus dem Ausland ohne Bewilligung bei sich aufnimmt, macht sich strafbar und muss mit Haft oder Busse bis Fr. 20'000.— (Art. 22 BG HAÜ) sowie der Umplatzierung des Kindes rechnen.


Weitere Informationen

 


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