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Naturgefahren

Hochwasser im Berner Matte-Quartier, 22. August 2005

Bild vergrössern Hochwasser im Berner Matte-Quartier, 22. August 2005

Ob Lawinen, Hochwasser oder Massenbewegungen – weicht man den vorhandenen Naturgefahren aus, können die potenziellen Schäden nicht ins Unermessliche steigen. Die Nutzungsplanung der Gemeinden kann wesentlich dazu beitragen, das Schadenpotenzial von gravitativen Naturgefahren wie Lawinen, Hochwasser, Murgang, Steinschlag, Felssturz, Rutschungen zu minimieren. Naturgefahren sind deshalb in jeder räumlichen Planung zu berücksichtigen.

Das wichtigste Arbeits- und Planungsinstrument bei der Berücksichtigung der Naturgefahren ist die Gefahrenkarte: Sie liefert eine detaillierte Übersicht über den Wirkungsbereich, die Intensität und die Eintretenswahrscheinlichkeit von Naturgefahren, welche ein bestimmtes Gebiet gefährden können. Bis Ende 2011 wird jede Gemeinde im Kanton Bern über eine Gefahrenkarte verfügen.

Umsetzung der Gefahrenkarte in die Ortsplanung

Liegt eine Gefahrenkarte vor, muss diese innert 2 Jahren in die Ortsplanung umgesetzt werden (RRB Nr. 1076). Mit einer raschen Umsetzung können Risiken für die Bevölkerung reduziert und Fehlinvestitionen minimiert werden. Die Umsetzung der Gefahrenkarte im ordentlichen Planerlassverfahren gewährleistet die Information und den Rechtsschutz der Bevölkerung.

Die Umsetzung der Gefahrenkarte in die Ortsplanung umfasst drei Aspekte:

  • Die Überprüfung der Bauzonen
  • Die Übertragung der Gefahrenkarte in den Zonenplan oder in einen separaten Zonenplan Naturgefahren (grundeigentümerverbindliche Festlegung der Gefahrengebiete)
  • Die Anpassung der Bestimmungen des Baureglements

Die Naturgefahren müssen im gesamten Gemeindegebiet dargestellt werden. Ausserhalb des Perimeters der Gefahrenkarte sind als Grundlagen die Gefahrenhinweiskarte und die Hangmurenkartierung SilvaProtect zu verwenden.

Überprüfen der Bauzonen

Fall Gefahrengebiet/-stufe Heutige Situation Behandlung in der Ortsplanung
1 rot Nichtbauzone Keine neue Bauzone
2 rot Bauzone, nicht überbaut Auszonung
3 rot Bauzone, überbaut In der Regel in Bauzone belassen (1)
4 blau Nichtbauzone Einzonung nur ausnahmsweise (1) (2)
5 blau Bauzone, nicht überbaut Belassen in Bauzone nur ausnahmsweise (1) (2)
6 blau Bauzone, überbaut In der Regel in Bauzone belassen (1)
7 gelb   Zurückhaltung bei Bauzonen für sensible Nutzungen
8 gelb-weiss   Zurückhaltung bei Bauzonen, die der Aufrechterhaltung der öffentl. Ordnung dienen oder ein grosses Schadenpotential aufweisen
9 Gefahrenhinweis (unbestimmte Gefahrenstufe) Bauzone / Nichtbauzone Keine neue Bauzone, so lange die Gefahrenstufe nicht bestimmt ist

(1) Für alle Bauzonen in roten und blauen Gefahrengebieten gelten beschränkte Baumöglichkeiten gemäss Art. 6 Baugesetz (BauG).

(2) Ausnahmen dürfen nur mit grösster Zurückhaltung und gestützt auf eine sorgfältige und sachbezogeneInteressenabwägung gewährt werden.

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